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Können Gläubige verloren gehen? (1)

Können Gläubige verloren gehen?
Heilsgewißheit ist möglich...
J.G. Fijnvandraat
© SoundWords    Zugriffe: 2278    seit: 02.12.2004 Martin Hufnagel

Inhalt
DAS ABFALLEN VON BEKENNERN
Wer ist ein Wiedergeborener
Wer glaubt, hat ewiges Leben. Aber was bedeutet das
Nichts kann uns scheiden . . .
Ja, aber . . .
Niemand kann sie aus meiner Hand rauben
Durch ein Opfer für immer vollkommen gemacht
Und unsere zukünftigen Sünden
Ein Freibrief zum Sündigen
Der, welcher ein gutes Werk in euch angefangen hat
Eine neue Schöpfung
Nochmals: Ja aber . . .
Wer glaubt, hat ewiges Leben
Was ist ewiges Leben
Wir wissen . . .

DAS ABFALLEN VON BEKENNERN
Der Titel dieses Büchleins lautet nicht: Kann jemand, der bekennt, ein Christ zu sein, oder der sich als gläubig ausgibt, noch verlorengehen? Letzteres ist nicht nur möglich, vielmehr werden alle, die nur Namenchristen waren, tatsächlich die Ewigkeit in der äußersten Finsternis zubringen. Das Wort aus dem Mund des Herrn selbst ist hier entscheidend:

„Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist. Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr! haben wir nicht durch deinen Namen geweissagt und durch deinen Namen Dämonen ausgetrieben und durch deinen Namen viele Wunderwerke getan? Und dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch niemals gekannt; weichet von mir, ihr Übeltäter!" (Matthäus 7, 21-23).

Diese Menschen, von denen der Herr Jesus hier spricht, sind weder Heiden noch Ungläubige und auch nicht Menschen, die mit dem christlichen Glauben nichts zu tun haben wollen. Das kann gar nicht so sein, denn sie bezeichnen ja Christus als ihren Herrn und sind sogar in christlicher Arbeit sehr eifrig. Daß sie trotzdem verlorengehen können, geht aus dem zitierten Schriftwort klar hervor. Wir wollen besonders beachten, daß Jesus nicht sagt: „Ich habe euch zwar gekannt, kenne euch aber jetzt nicht mehr", sondern sein vernichtendes Urteil über diese Namenchristen lautet: „Ich habe euch niemals gekannt!" Diese Menschen haben also nie zu den Seinen gehört! Zur Errettung ist mehr nötig, als nur „Herr, Herr" zu sagen. Dazu muß man den Willen des Vaters tun. Aber gerade das steht hier nicht an erster Stelle, sondern „weissagen", „Dämonen austreiben" und „beschäftigt sein mit christlicher Arbeit". Die Pharisäer fragen: „Was sollen wir tun, damit wir die Werke Gottes wirken?" und erhalten die Antwort: „Dies ist das Werk Gottes, daß ihr an den glaubt, den er gesandt hat" (Johannes 6, 28-29). Das Thema lautet daher nicht:

Können Bekenner oder christliche Arbeiter wieder abfallen, sondern vielmehr: Können Wiedergeborene noch verlorengehen?

Wer ist ein Wiedergeborener?
Die erste Frage, die wir zu beantworten haben, lautet:

Wer ist ein Wiedergeborener, ein wahrer Gläubiger?

Zuerst wollen wir feststellen, daß jemand, der gläubige Eltern hat, eine christliche Erziehung genossen und sich auch noch einer christlichen Gemeinschaft angeschlossen hat, nicht unbedingt wiedergeboren ist. Er kann es auch allein aufgrund dieser drei Tatsachen nicht werden. Selbst wenn er die Auffassung, daß es keinen Gott, keinen Himmel, keine Hölle und kein Jenseits gibt, als unhaltbar verworfen hat und anerkennt, daß es wirklich einen Gott gibt, der uns einmal wegen unserer Taten zur Rechenschaft ziehen wird, ist er nicht unbedingt wiedergeboren!
Ein solcher Mensch kann wohl sagen: „Ich bin gläubig, denn ich glaube an die Existenz eines allmächtigen Gottes." Aber dieser Glaube macht ihn noch nicht zu einem Gläubigen im biblischen Sinn. Die Dämonen glauben nämlich auch an die Existenz Gottes und, so fügt der Apostel Jakobus hinzu, sie zittern.
Unter einem Gläubigen, einem wiedergeborenen Christen, versteht die Heilige Schrift jemanden, der in aufrichtiger Reue sich vor Gott als Sünder erkannt hat und im Glauben angenommen hat, daß Jesus Christus für ihn und seine Sünden am Kreuz gestorben ist. Es geht bei unserer Abhandlung um die Frage, ob ein in diesem Sinne Wiedergeborener noch verlorengehen kann.

Wer glaubt, hat ewiges Leben. Aber was bedeutet das?
Ich möchte es ganz deutlich machen, daß die Frage nicht einfach beantwortet werden kann, indem man einen Bibeltext wie Johannes 3,36 zu Hilfe nimmt: „Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben." Es geht ja hier nicht um die Frage, ob jemand, der glaubt, ewiges Leben hat, sondern ob der Glaubende von diesem Glauben abfallen und damit das ewige Leben wieder verlieren kann. Wir haben deshalb nachzuweisen, daß jemand, der in biblischem Sinne glaubt, errettet ist und errettet bleibt, was immer auch geschehen mag. Dabei müssen wir unser Gefühl und ganz besonders unsere Vernunft den Aussagen des Wortes Gottes unterordnen.

Nichts kann uns scheiden...
Als erste Schriftstelle möchte ich Römer 8, 38 + 39 anführen:
„Denn ich bin überzeugt, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch Gewalten, weder Höhe noch Tiefe, noch irgend ein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermögen wird von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserem Herrn."
In diesen Versen gibt Paulus eine Antwort auf die Frage, die in Vers 35 steht: „Wer wird uns scheiden von der Liebe Christi?" Mit „uns" sind, wie Vers 33 zeigt, Gottes Auserwählte gemeint. Die zitierten Verse zeigen, daß nichts und niemand die Menschen, die Gott auserwählt und denen er seine Liebe in Christus erwiesen hat, von der Liebe Gottes scheiden kann. Die Antwort ist deutlich und allumfassend. Da kann es auch nicht den geringsten Zweifel geben.
Ist nicht in dem Ausdruck „weder Tod noch Leben" alles das Inbegriffen, was einen Einfluß ausüben kann? Weder Tod noch Leben kann uns von der Liebe Gottes scheiden. Auch in der Welt der Geister gibt es keine Macht: „weder Engel noch Fürstentümer". Nach Epheser 6, 12 können wir annehmen, daß mit „Fürstentümer" die mit Satan abgefallenen Engel und mit „Engeln" die nicht abgefallenen Geister gemeint sind. Jemand sagte es einmal so: „Es gibt also nichts, was gute Engel tun wollten und was böse Engel tun könnten, das uns von der Liebe Gottes scheiden kann." Aber Paulus sagt noch weiter: „weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges". Kann man sich irgendein Ereignis oder eine Erfahrung vorstellen, die nicht unter den Begriff „Gegenwärtiges und Zukünftiges" fällt? Auch diese können uns also nicht von der Liebe Gottes scheiden. Dann fährt der Apostel fort: „Noch Gewalten" - welche auch immer - „weder Höhe" - also nichts im Himmel - „noch Tiefe" - auch nichts im Totenreich - „noch irgend ein anderes Geschöpf kann uns von der Liebe Gottes scheiden." Diese Verse zeigen, daß der Gläubige in den Händen Gottes auf ewig geborgen ist.

Ja, aber...
Gegen diese Feststellung könnte man einwenden: „Es ist wahr, das alles kann uns nicht von der Liebe Gottes scheiden, solange wir glauben, aber Unglaube in uns bewirkt doch Scheidung von der Liebe Gottes!"
Gehört der Unglaube nicht zu dem Bereich „weder Tod noch Leben"? Wenn es nicht zum „Tod" gehört, dann doch sicher zum „Leben"! Offenbart sich der Unglaube nicht in diesem Leben? Gehört der Unglaube nicht auch zum „Gegenwärtigen oder Zukünftigen"? Er tritt doch in der Gegenwart auf! Dieser Einwand ist damit entkräftet. Aber dazu ist noch mehr zu sagen. Wenn wir die Verse 38 und 39 richtig verstehen wollen, müssen wir sie im Zusammenhang sehen. Der Apostel hat gezeigt, daß: „denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach Vorsatz berufen sind" (Vers 28). Danach haben nicht wir den ersten Schritt auf Gott zu getan. Nicht wir haben ihn zuerst geliebt. Gott hat sich nach uns umgesehen und uns nach seinem ewigen Vorsatz berufen. Das Heil geht also von Gott aus. In den folgenden Versen wird dieser Gedanke weiter ausgeführt:

„Denn welche er zuvorerkannt hat, die hat er auch zuvorbestimmt, dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu sein, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Welche er aber zuvorbestimmt hat, diese hat er auch berufen; und welche er berufen hat, diese hat er auch gerechtfertigt; welche er aber gerechtfertigt hat, diese hat er auch verherrlicht" (Vers 29 + 30). Aus uns selbst heraus lieben wir Gott nicht, ja, suchen ihn noch nicht einmal. Es ist Gott, der bereits seit langem Gedanken des Friedens mit uns hatte. Es ist Gott, der uns durch das Evangelium gerufen und gerechtfertigt hat. Es ist Gott, der uns verherrlichen wird und dies im Prinzip bereits getan hat. Diese Tatsache hat Paulus vor Augen, als er ausruft: „Was sollen wir nun hierzu sagen?" Und darauf führt er vier wichtige Fragen an:

1. Wenn Gott für uns ist, wer wider uns? Antwort: Gott, der seinen eigenen Sohn nicht geschont hat, sondern ihn für uns alle hingegeben hat, wird uns mit ihm auch alles schenken.

2. Wer wird wider Gottes Auserwählte Anklage erheben? Antwort: Gott ist es, der rechtfertigt.

3. Wer ist, der verdamme?

Antwort: Christus, der gestorben und auferweckt ist, verwendet sich für uns!

4. Wer wird uns von der Liebe Christi scheiden?

Antwort: Nichts, weder Verfolgung noch Hungersnot usw... Denn in diesem allen sind wir mehr als Überwinder durch den, der uns geliebt hat.

Kurzum: Niemand kann gegen den Gläubigen sein, niemand kann ihn beschuldigen, niemand kann ihn verurteilen und nichts kann ihn von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, scheiden.
Dieser Abschnitt spricht von der völligen Geborgenheit und Sicherheit der Kinder Gottes. Dabei ist es wichtig, daß wir besonders beachten: hier wird nicht von uns als Gläubigen gesprochen, sondern als Auserwählten.
Die Lehre von der Auserwählung ist für das Kind Gottes die feste Grundlage für die Unumstößlichkeit seiner ewigen Errettung! Wie diese Lehre damit übereinstimmt, daß der Sünder verantwortlich ist, sich zu bekehren, ist eine andere Sache. Dieses Problem brauchen wir hier nicht zu lösen.

Derselbe Apostel Paulus, der bei der Verkündigung des Evangeliums die Sünder vor die Verantwortung stellt, sich zu bekehren, unterrichtet die Gläubigen in der Lehre des Heils, daß die Errettung Gottes Sache ist, weil er sie auserwählt hat. Genau das sollten wir auch tun!

Niemand kann sie aus meiner Hand rauben
Einen zweiten Hinweis auf die Unumstößlichkeit der Errettung finden wir in Johannes 10, 27-30:

„Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen nicht verloren ewiglich, und niemand wird sie aus meiner Hand rauben. Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters rauben. Ich und der Vater sind eins."

Den Menschen, die zwar „Herr, Herr" rufen, aber Christus nicht wirklich angehören, wird am Tag des Gerichts gesagt: „Ich habe euch nie gekannt." Von seinen Schafen sagt der Herr Jesus jedoch: Ich kenne sie. Kann er dann später zu einem solchen Schaf sagen, er habe es nie gekannt? Dieses Argument ist auch dann noch stichhaltig, wenn man den Rest dieser Schriftstelle so auslegt, wie die Anhänger der Lehre vom Abfallen es tun. Christus sagt:
„sie gehen nicht verloren"; sie erwidern: „das gilt natürlich nur so lange, wie sie Schafe bleiben." Christus sagt:
„Niemand kann sie aus der Hand meines Vaters rauben." Dagegen wenden sie ein: „Aber sie können sich doch durch Unglauben dieser Hand entziehen."

Das hat nichts mehr mit Schriftauslegung zu tun. Hier wird eine menschliche Schlußfolgerung dem klaren Wort Gottes gegenübergestellt. Aber unterstellen wir einmal einen Augenblick, daß diese zurechtgebogene Schlußfolgerung zulässig sei. Kann der Herr dann zu den Schafen seiner Herde, die er einmal kannte, sagen: „Ich habe euch niemals gekannt?" Unmöglich!

Durch ein Opfer für immer vollkommen gemacht
Auf welcher Grundlage ruht die ewige Errettung des Gläubigen? Unsere dritte Schriftstelle gibt dies an:

„Denn mit einem Opfer hat er auf immerdar vollkommen gemacht, die geheiligt werden" (Hebräer 10, 14). Der Schreiber des Hebräerbriefes stellt das einmalige Opfer Jesu Christi den sich immer wiederholenden Opfern im Zeitalter des Gesetzes gegenüber. Ein Israelit konnte nicht behaupten, daß durch ein einziges Opfer die Sache zwischen ihm und Gott für immer geordnet und das Problem der Sünde aus dem Weg geräumt worden sei (Hebräer 10, 2). Die Priester in Israel kamen daher auch nicht zur Ruhe. Sie saßen nicht, sondern standen immer zum Dienst bereit (Vers 11). Für den Gläubigen des Zeitalters der Gnade gilt jedoch:

„Durch welchen Willen (Gottes Willen nämlich) wir geheiligt sind durch das ein für allemal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi" (Hebräer 10, 10).

Von Jesus Christus wird bezeugt, daß er sich zur Rechten Gottes gesetzt hat. Aufgrund dieses einmaligen und vollkommenen Opfers sind die Gläubigen, die geheiligt werden, für immer vollkommen gemacht. Wie lange sind sie vollkommen gemacht? Solange sie glauben? Nein, für immer vollkommen gemacht! Wenn jemand lehrt, daß die Heiligen*) wieder abfallen können - mit der Konsequenz, daß sie sich jedesmal wieder neu von einem Sünder zu einem Kind Gottes bekehren müssen - degradiert er damit den Wert des Opfers Jesu Christi zu dem Wert der Opfer von Stieren und Böcken. Das beabsichtigt man natürlich nicht, aber das ist die Konsequenz aus dieser Lehre.